Ein wasserdichtes Gimbal kaufen?

Written by Markus on April 4, 2018 in Allgemein

Seit einiger Zeit werben Hersteller damit, dass ihr Gimbal wasserdicht, wasserfest, waterproof, regenabweisend, wasserabweisend oder spritzwassergeschützt ist. Was heißt das nun genau? Und wer braucht so etwas?

Wer braucht ein wasserdichtes Gimbal?

Ein Gimbal, das nicht von jedem Wassertropfen gleich außer Gefecht gesetzt wird, ist natürlich eine schöne Sache. Schließlich möchte niemand wegen ein paar Regentropfen gleich nach drinnen flüchten müssen. Höhere Ansprüche haben Winter- und Wassersportler. Sie sollten sich Gimbals zulegen, die mehr als nur ein paar Wassertropfen vertragen.

Was bedeutet wasserdicht wirklich?

Leider wird die Bezeichnung wasserdicht oder waterproof sehr großzügig und mit ganz unterschiedlichen Bedeutungen verwendet. Eine genormte Bezeichnung sind die IP-Werte. Sie geben an, welchen Umwelteinflüssen ein elektronisches Gerät ausgesetzt werden darf, ohne die Funktionsfähigkeit einzuschränken. Sie bestehen aus den beiden Buchstaben IP und zwei Ziffern. Die erste Ziffer bezieht sich auf Feststoffe, beispielsweise Staub, die zweite auf Wasser. Je höher die Zahl ist, desto besser ist der Schutz. Interessant wird es ab der Ziffer 4 – sie bedeutet allseitig gegen Spritzwasser geschützt. 5 bedeutet gegen einen Wasserstrahl, z. B. aus einer Düse, geschützt. Gegen einen starken Wasserstrahl ist ein Gerät mit der Ziffer 6 geschützt. 7 bedeutet gegen zeitweiliges Untertauchen und 8 gegen anhaltendes Untertauchen geschützt.

Was bedeutet das für dich?

Für den alltäglichen Gebrauch reicht ein Gimbal mit Spritzwasserschutz. Der ist bei neueren Modellen meist gegeben. Wenn du dein Gimbal bei Winter- oder Wassersport einsetzen willst, solltest du dich genauer informieren. Auch wenn dein Gimbal laut Beschreibung zeitweilig untergetaucht werden darf, bleibt die Frage, wie lange es dem Wasser ausgesetzt sein darf. Für Taucher kommt noch die Frage nach der zulässigen Wassertiefe hinzu. Auf keinen Fall solltest du dein Gimbal Salzwasser aussetzen. Dies führt ganz schnell zu Funktionsstörungen. Sollte es doch einmal mit Salzwasser in Kontakt kommen, muss dieses sofort gründlich entfernt werden.

Beispiele für wasserdichte Gimbals

Das Removu S1 wird vom Hersteller als regen-und schneedicht beworben. Es hat die Schutzklasse IP 64. Es sollte also gegen Spritzwasser von allen Seiten dauerhaft geschützt sein. Aber wasserdicht, in dem Sinne, dass es ins Wasser fallen darf, ist es sicher nicht. Auch der Slick Stabilizer, der speziell für GoPro-Kameras entwickelt wurde, wird als regen- und schneefreundlich beworben. Ein wirklich wasserdichtes Gimbal mit der Schutzklasse Ip67 ist das Feiyu Tech WG2. Es darf für bis zu 10 Minuten bis zu einem Meter tief in Wasser eingetaucht werden.